Erste robotergestützte Knie-Endoprothetik in der Region Chefarzt Dr. Matthias Baumann und Endoprothetikzentrum-Leiter Dr. Ralf Wegner setzen auf individuell geplante Knie-Implantate für schnellere Genesung und mehr Lebensqualität
Präzision auf Millimeter genau: SRH Klinikum Sigmaringen startet mit OP-Roboter ROSA Knee in neue Ära der Kniechirurgie
Das SRH Klinikum Sigmaringen startet in eine neue Ära der Kniechirurgie: Seit Oktober unterstützt der OP-Roboter ROSA (Robotic Surgical Assistant – robotischer Operationsassistent) das Orthopädie-Team bei der Implantation künstlicher Kniegelenke – mit einer Präzision von unter einem Millimeter. Damit positioniert sich das Klinikum als einer der Vorreiter in der robotergestützten Endoprothetik im süddeutschen Raum.
ROSA – Der digitale Co-Pilot im Operationssaal
Stellen Sie sich ROSA wie ein hochpräzises GPS für das Knie vor. Wie ein Navigationssystem im Auto zeigt es dem Chirurgen den optimalen Weg durch die komplexe Anatomie des Gelenks. Doch anders als ein selbstfahrendes Auto bleibt das Steuer fest in menschlicher Hand – der Operateur führt jeden Schnitt während der Operation selbst aus.
Das System besteht aus zwei miteinander verbundenen Komponenten: Eine Kameraeinheit erfasst mit optischen Trackern jede Bewegung des Knies in Echtzeit – ähnlich wie ein Bewegungsmelder, nur mit Submillimeter-Präzision. Der Roboterarm positioniert auf Anweisung des Chirurgen die Schnittblöcke millimetergenau an der zuvor berechneten Idealposition und dient dabei als präzise Führungshilfe für die Knochenschnitte.
„Mit dem Einsatz des OP-Roboters ROSA erreicht die Knie-Endoprothetik an unserem Klinikum ein neues Niveau", sagt Dr. Matthias Baumann, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie am SRH Klinikum Sigmaringen. „ROSA liefert uns während der Operation ein digitales 3D-Modell des individuellen Knies – ohne zusätzliche Röntgenstrahlung. Der Roboter erstellt einen maßgeschneiderten Operationsplan, der die einzigartige Anatomie und Kniefunktion jedes Patienten berücksichtigt. Aber wichtig: Das System macht einen Vorschlag – die endgültige Entscheidung trifft weiterhin der Arzt."
Was der Roboter kann – was der Mensch entscheidet
Die Aufgabenteilung ist klar festgelegt. ROSA übernimmt die Datenerfassung, Berechnung und millimetergenaue Positionierung der Schnittblöcke. Der Operateur wählt das passende Implantat aus, führt die Knochenschnitte selbst durch und steuert jede Roboterbewegung. Die Verantwortung für den gesamten Eingriff bleibt vollständig beim erfahrenen Chirurgen.
„Das Heft des Handelns verbleibt immer beim Operateur", betont Dr. Ralf Wegner, Leiter des Endoprothetikzentrums. „ROSA ist kein autonom operierender Roboter. Es ist ein Assistent, der uns mit Daten und Präzision unterstützt – aber jede Entscheidung, jeder Schnitt erfolgt durch erfahrene menschliche Hände. Vereinfacht gesagt: ROSA ist wie ein moderner Spurhalteassistent im Auto – er unterstützt, aber der Fahrer lenkt."
Individuelle Passform für natürliches Kniegefühl
Die präzisere Implantatpositionierung durch ROSA zahlt sich direkt im Behandlungsergebnis aus. Da das Kniegelenk bei jedem Menschen unterschiedlich aufgebaut ist, gibt es nicht die eine „perfekte" Stellung für alle. ROSA hilft dabei, die Prothese so zu positionieren, dass sie optimal zur individuellen Anatomie passt.
Patienten profitieren von einer individuelleren Passform der Prothese, die sich nach der Operation natürlicher anfühlt. Studien zeigen weniger postoperative Schmerzen, geringeren Bedarf an Schmerzmitteln, schnellere Mobilisation und ein geringeres Risiko für Folgeeingriffe. Zudem arbeitet ROSA ohne CT-Belastung und reduziert die Strahlenexposition um bis zu 70 Prozent.
MyMobility App: Digitaler Begleiter von der OP bis zur vollständigen Genesung
Ergänzend zur robotergestützten Chirurgie bietet das SRH Klinikum Sigmaringen Patienten die MyMobility App – einen persönlichen digitalen Gesundheitscoach für den gesamten Behandlungsweg. Die App funktioniert wie ein persönlicher Trainer, der Patienten über 180 Tage begleitet.
Von der präoperativen Vorbereitung mit Dokumenten-Upload und Aufklärungsvideos über tägliche Erinnerungen an Physio-Übungen bis zur kontinuierlichen Erfolgsmessung des Bewegungsumfangs ermöglicht die App direkte Kommunikation mit dem Behandlungsteam. Patienten können ihre Genesung aktiv mitverfolgen und fühlen sich auch nach der Entlassung sicher begleitet.
Die App schließt die Lücke zwischen Klinik und Zuhause. Patienten fühlen sich auch nach der Entlassung sicher begleitet und können ihre Genesung aktiv mitverfolgen.
Pionier in der Region
Mit jährlich 350 bis 400 Endoprothetik-Eingriffen und der Kombination aus langjähriger Expertise, modernster Robotik und digitaler Patientenbegleitung setzt das Klinikum neue Maßstäbe in der orthopädischen Versorgung. Im Umkreis von etwa 100 Kilometern verfügen aktuell nur wenige Maximalversorger über vergleichbare robotergestützte Systeme in der Knieendoprothetik.
Das ROSA Knee System wurde vom Hersteller Zimmer Biomet geleast – eine flexible Investitionsstrategie, die dem Klinikum ermöglicht, modernste Medizintechnik ohne hohe Anfangsinvestitionen einzusetzen und regelmäßig auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben. „Wir investieren gezielt in moderne Technik, die unseren Patientinnen und Patienten zugutekommt", sagt Sven Schönfeld, Geschäftsführer der SRH-Kliniken Landkreis Sigaringen.
Patienten, die sich über die robotergestützte Knieendoprothetik informieren möchten, wenden sich bitte an das Endoprothetikzentrum des SRH-Klinikums Sigmaringen unter Telefon 07571 100-2959 oder per E-Mail an Unfallchirurgie.KLS.SIG@srh.de
