SRH Klinikum Sigmaringen
Roboterarm mit dem Namen "ROSA" und einem chirurgischen Instrument, im Hintergrund ein Bildschirm mit Benutzeroberfläche.

Roboter-assistierter Kniegelenkersatz mit ROSA

Ihr Knie trägt Sie durchs Leben – wir behandeln es individuell.
Jedes Knie ist einzigartig. Deshalb planen und operieren wir Ihr künstliches Kniegelenk mit dem roboter-assistierten System ROSA: präzise abgestimmt auf Ihre Anatomie und sicher geführt von unseren erfahrenen Kniespezialist:innen.

Ein chirurgischer Roboter mit zwei Bildschirmen, der für präzise Eingriffe konzipiert ist. Der Roboterarm ist beweglich und anpassbar.

Was ist das ROSA Knee System?

ROSA („Robotic Surgical Assistant") ist ein roboter-assistierter Operationsassistent. Das System unterstützt unser OP-Team dabei, Ihr künstliches Kniegelenk millimetergenau zu planen und einzusetzen. Denn die Funktion Ihres neuen Knies hängt maßgeblich davon ab, wie exakt das Implantat sitzt und wie gut es zu Ihrer individuellen Anatomie und Bandspannung passt. 

ROSA am SRH Klinikum Sigmaringen

Seit Oktober 2026 setzen wir ROSA beim Kniegelenkersatz ein. Stellen Sie sich das System wie einen zweiten Experten im OP-Saal vor. ROSA liefert präzise Daten und Messwerte in Echtzeit – die operative Entscheidung trifft jedoch stets Ihr erfahrener Operateur.

Einblick in die roboterassistierte Operation

Erfahren Sie mehr über den robotarassistierten Kniegelenkersatz mit ROSA im Video. 

Zwei Chirurgen in grüner OP-Kleidung arbeiten mit einem Roboterarm, der ein chirurgisches Modell hält.

Wie läuft die roboter-assistierte Knie-Operation ab?

Vor der OP – Ihr persönlicher 3D-Plan
Aus Ihren Röntgenbildern erstellen wir ein 3D-Modell Ihres Knies. Darauf plant Ihr Operateur Größe, Position und Ausrichtung des Implantats – millimetergenau und individuell auf Sie abgestimmt.

Während der OP – Präzision in Echtzeit
ROSA arbeitet wie ein Navigationssystem für Ihr Knie: Kameras und Marker erfassen jede Bewegung. Das System liefert laufend Messwerte zu Bandspannung und Position. Ihr Operateur richtet das Implantat exakt aus, überprüft den Sitz und nimmt bei Bedarf Feinanpassungen vor – besonders schonend für Knochen und Weichteile.

Ein Arzt in einem weißen Kittel steht mit verschränkten Armen in einem hellen Flur eines Krankenhauses.
Mit ROSA haben wir die Möglichkeit, Ihr Knieimplantat so präzise zu platzieren, wie es mit herkömmlichen Methoden nicht möglich wäre. Für Sie bedeutet das: mehr Sicherheit, bessere Funktion und schneller zurück in den Alltag.
Dr. med. Matthias Baumann, Chefarzt Unfallchirurgie, Orthopädie, Sporttraumatologie
Ein Mensch hält zwei Metallteile in den Händen, während ein Industrieroboter im Hintergrund sichtbar ist.

Operiert der Roboter allein?

Nein. Der Roboterarm führt ausschließlich Bewegungen aus, die Ihr Operateur gezielt anweist. Ihr Operateur ist während des gesamten Eingriffs im OP-Saal anwesend und trifft jede Entscheidung selbst. ROSA unterstützt mit präzisen Messdaten – die operative Kontrolle liegt jederzeit in menschlicher Hand.

Ein Mann hält sich schmerzhaft das Knie, während er auf einem Weg im Freien steht. Er trägt Sportkleidung und scheint aktiv zu sein.

Wann ist ein künstliches Kniegelenk sinnvoll?

In einem gesunden Knie sorgt Knorpel dafür, dass die Knochen reibungsarm aufeinander gleiten. Bei einer Kniearthrose (Gonarthrose) nutzt sich dieser Knorpel ab – die Knochen reiben direkt aneinander. Die Folge: zunehmende Schmerzen, Steifigkeit und Bewegungseinschränkungen. Neben natürlichem Verschleiß können Fehlstellungen, Rheuma, Stoffwechselerkrankungen oder frühere Verletzungen die Arthrose begünstigen.

Ein künstliches Kniegelenk kommt infrage, wenn:

  • konservative Behandlungen wie Physiotherapie, Medikamente oder Injektionen ausgeschöpft sind
  • Schmerzen auch in Ruhe oder nachts auftreten
  • Ihre Gehstrecke und Beweglichkeit deutlich eingeschränkt sind
  • die Arthrose im Röntgenbild weit fortgeschritten ist
  • Ihre Lebensqualität spürbar leidet

Aber,

nicht jedes Knie braucht sofort ein neues Gelenk. Ob und wann eine Operation für Sie sinnvoll ist, besprechen wir gemeinsam mit Ihnen – nach gründlicher Untersuchung und in einer ehrlichen, individuellen Beratung.

Ein Mann und eine Frau fahren mit Fahrrädern durch hohes Gras, beide tragen Helme und lächeln.

Ihr Weg zu neuer Bewegungsfreiheit

  1. Erstvorstellung: Untersuchung, Bildgebung, ausführliches Gespräch über Beschwerden und Ziele
  2. Gemeinsame Entscheidung: Wir besprechen alle Optionen, konservativ wie operativ
  3. Vorbereitung: Anästhesie-Gespräch, Prüfung Ihrer Medikamente, Tipps zur körperlichen Vorbereitung. Sagen Sie uns, wenn Sie rauchen oder aktuell zahnärztlich behandelt werden, beides kann Heilung und Infektionsrisiko beeinflussen
  4. Die Operation: Roboter-assistiert durch unser erfahrenes Team, in der Regel unterstützt durch moderne Schmerzkonzepte
  5. Frühe Mobilisation: Meist stehen Sie noch am OP-Tag oder am Folgetag wieder auf, begleitet von unserer Physiotherapie direkt im Haus
  6. Entlassung und Reha: Wir organisieren mit Ihnen die passende Anschlussrehabilitation und bleiben Ansprechpartner für die Nachsorge

Tipp für zu Hause: Bereiten Sie Ihre Wohnung vor der OP vor: Stolperfallen entfernen, häufig genutzte Dinge in Reichweite stellen, rutschfeste Matten im Bad, feste Schuhe zum Hineinschlüpfen. Eine ausführliche Checkliste erhalten Sie von uns im Vorgespräch.

Drei Radfahrer, zwei Frauen und ein Mann, lächeln beim Fahren auf einem Radweg, umgeben von grüner Natur und Bäumen.

Wir sind an Ihrer Seite

In den ersten Tagen nach der Operation ist Ihr Knie geschwollen und druckempfindlich – das ist normal und Teil des Heilungsprozesses. Eine gezielte Schmerztherapie unterstützt Sie dabei, früh wieder in Bewegung zu kommen. Denn Bewegung fördert Durchblutung und Beweglichkeit und hilft Ihnen, schneller genesen. Zunächst gehen Sie mit Gehhilfen. Unser Behandlungsteam begleitet Sie und sagt Ihnen, wann Sie diese schrittweise reduzieren können.

Wann Sie wieder Ihren Alltag leben können, hängt von Ihrem individuellen Verlauf ab. Geben Sie sich Zeit: Jeder Mensch findet seinen eigenen Weg zurück in den aktiven Alltag – und wir sind auf jedem Schritt an Ihrer Seite.

Ein älteres Paar wandert auf einem Waldweg, beide mit Wanderstöcken und wetterfester Kleidung. Die Frau trägt eine rote Weste und lächelt.

Offen angesprochen

Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch der Gelenkersatz Risiken. Dazu zählen Infektionen, Blutgerinnsel oder – in seltenen Fällen – Probleme mit dem Implantat.

Kein künstliches Gelenk hält ewig. Moderne Knieendoprothesen erreichen häufig eine Nutzungsdauer von 15 Jahren und mehr, jedoch eine Garantie gibt es nicht.
Ihr Operateur bespricht alle Risiken ausführlich mit Ihnen und erklärt, wie wir sie gezielt minimieren. Diese Offenheit ist für uns selbstverständlich. Sie sollen fundiert und in Ruhe die beste Entscheidung für sich treffen können.

Fünf medizinische Fachkräfte in grüner Kleidung stehen um ein chirurgisches Robotersystem namens ROSA in einem modernen Krankenhaus.

Wir beantworten die häufigsten Patientenfragen zum roboter-assistierten Kniegelenkersatz

Roboterarm mit der Aufschrift "ROSA", Teil eines modernen medizinischen Geräts, im Hintergrund ein Bildschirm.

ROSA ist kein autonom operierender Roboter
Die Aufgabenteilung ist klar festgelegt. ROSA übernimmt die Datenerfassung, Berechnung und millimetergenaue Positionierung der Schnittblöcke. Der Operateur wählt das passende Implantat aus, führt die Knochenschnitte selbst durch und steuert jede Roboterbewegung. Die Verantwortung für den gesamten Eingriff bleibt vollständig beim erfahrenen Chirurgen.

Da die robotergestützte Knieoperation mit weniger Schmerzen, einem geringeren Einsatz von Schmerzmitteln, weniger Physiotherapiesitzungen und einer insgesamt verbesserten Kniefunktion nach der Operation verbunden ist, gab es nie einen besseren Zeitpunkt für Ihre Knieersatzoperation. Die robotergestützte Operation wird auch mit kürzeren Krankenhausaufenthalten in Verbindung gebracht, was bedeutet, dass Sie schneller wieder den Dingen nachgehen können, die Sie lieben, als Sie vielleicht denken.

Während der Operation kombiniert das ROSA Knee System präzise Sensoren, Live-Daten und einen Roboterarm mit den Fähigkeiten und der Erfahrung Ihres Chirurgen. Ihr Operateur wird so dabei unterstützt, Ihr Implantat genau zu platzieren und das Gelenk zu überprüfen, wenn das Implantat eingesetzt ist. Dadurch kann Ihr Chirurg letzte präzise Anpassungen vornehmen, bevor er den Eingriff beendet. Das führt zu einer genaueren Implantatposition als bei herkömmlichen Methoden. Es ist ein bisschen so, als hätte man einen zweiten Experten im OP.

Berührungsbildschirm eines medizinischen Geräts mit einer schematischen Darstellung des menschlichen Körpers. Auf dem Bildschirm sind Optionen wie "Ausgeben zum Ausdrucken", "Status" und "Ästhetische Aktivitäten" sichtbar.

Die Genesungszeit ist individuell von Patient:in zu Patient:in unterschiedlich. In der Regel ist unsere Beobachtung, dass es diesen schneller als bei anderen Operationsmethoden wieder besser geht und sie rascher auf den Beinen sind. Ihr Chirurg und das Pflegepersonal werden den ausführlichen Genesungsplan erstellen und Folgetermine mit Ihnen vereinbaren. Sie werden Sie während Ihrer Genesung genau überwachen, um sicherzustellen, dass Sie so schnell wie möglich wieder die Dinge tun können, die Sie lieben.

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff gibt es Risiken, die jedoch durch die Präzision und Kontrolle des roboterassistierten Systems minimiert werden. Ihre Operateurin oder Ihr Operateur werden Sie über mögliche Risiken im Vorfeld einer Behandlung immer aufklären.

Der Kniegelenkersatz ist eine Regelleistung der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Für den Einsatz der Robotik entstehen Ihnen keine Zusatzkosten.

Unsere Chirurginnen und Chirurgen haben zu jeder Zeit die volle Kontrolle über den Roboterassistenten. Das ist auch deshalb notwendig, weil sie während des Eingriffes aufgrund ihrer Erfahrung und Expertise Entscheidungen treffen müssen. Sie bewerten die Situation kontinuierlich und passen ihre OP-Strategien an. Unsere Chirurginnen und Chirurgen nutzen die Vorteile des Systems, wie hochauflösende 3D-Bilder und Instrumente mit hoher Präzision. 

Weitere Informationen zur roboterassistierten Kniegelenkersatzoperation finden Sie in unserem Flyer