SRH Klinikum Sigmaringen eröffnet modernisierte Konzepte im Kreißsaal – ein Latenzphasenraum und ein Be-Up-Kreißsaal schaffen mehr Ruhe, Bewegung und Selbstbestimmung für werdende Mütter.
Eröffnung mit Fachpublikum
Mit zwei neu gestalteten Räumen stärkt das SRH Klinikum Sigmaringen die Geburtshilfe vor Ort. Im Kreißsaal wurden ein Latenzphasenraum sowie ein Be-Up-Kreißsaal feierlich eröffnet. Rund 30 Hebammen und Gynäkologinnen und Gynäkologen aus dem Landkreis waren der Einladung gefolgt und informierten sich über die neuen Angebote für Gebärende.
Begrüßt wurden die Gäste von Emilia Wozniak, Chefärztin für Geburtshilfe und Gynäkologie, sowie den leitenden Hebammen Charlotte Volpert und Corinna Baier. Im Anschluss stellten die beiden Hebammen die Konzepte der neuen Räume ausführlich vor und beantworteten Fragen aus dem fachlichen Austausch. Bei Sekt, Getränken und Fingerfood entwickelte sich ein lebendiger Abend mit viel Zustimmung für die neuen Möglichkeiten in der Geburtshilfe.
Raum zum Ankommen
„Wir freuen uns sehr, heute unsere modernisierten Räumlichkeiten im Kreißsaal zu eröffnen. In den vergangenen Monaten haben wir intensiv daran gearbeitet, zwei Räume zu schaffen, die den Bedürfnissen unserer Patientinnen bestmöglich entsprechen“, sagte Emilia Wozniak. „Unser Ziel ist es, Frauen im Landkreis Sigmaringen moderne, einladende und zugleich sichere Räume und eine professionelle fachliche und menschliche Begleitung für die Geburt zu bieten.“
Der neue Latenzphasenraum soll Frauen in der ersten Phase der Geburt einen geschützten Ort zum Ankommen, Entspannen und Kraftsammeln geben. Die Zeit des Wartens kann hier bewusst ruhiger und angenehmer gestaltet werden – mit gemütlicher Einrichtung, gedimmtem Licht, Musik, wohltuenden Reizen und kleinen Hilfen für Bewegung, Wärme und Entlastung. „Gerade in dieser Phase ist Sicherheit wichtig. Wir möchten eine Atmosphäre schaffen, in der sich Frauen geborgen fühlen und gut begleitet durch diese Zeit gehen können“, erklärte Hebamme Charlotte Volpert.
Bewegung im Mittelpunkt
Der Be-Up-Kreißsaal setzt einen weiteren Schwerpunkt: Selbstbestimmte, natürliche Geburt mit viel Bewegungsfreiheit. Das neue Konzept ist in Deutschland noch nicht weit verbreitet und bietet Frauen verschiedene Möglichkeiten, Geburtspositionen aktiv zu wählen und den Geburtsverlauf unterstützend mitzugestalten. „Im Mittelpunkt steht die individuelle Beweglichkeit der Frau. Gleichzeitig bleibt die Sicherheit einer modernen geburtshilflichen Versorgung jederzeit gewährleistet“, sagte Hebamme Corinna Baier.
Für die bewegungsfördernde Geburt stehen im Raum verschiedene Elemente zur Verfügung, darunter ein Gebärhocker, Pezziball, Matten, Tücher, ein Seil bzw. Haltemöglichkeiten, Lagerungshilfen sowie Wasser- und Wärmeanwendungen. So können Frauen Positionen einnehmen, die das Becken in Bewegung bringen und den Geburtsfortschritt unterstützen. Der Raum ist wohnlich gestaltet und verbindet natürliche, aktive Geburt mit einer sicheren geburtshilflichen Begleitung.
Mehr Nähe für Familien
Beide Räume befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Kreißsaal und zur Geburtswanne. Damit fügt sich das neue Angebot in die bestehende geburtshilfliche Versorgung ein und erweitert die Möglichkeiten für eine persönliche, moderne und familiennahe Geburtshilfe.
Neben den neuen Räumen gab es auch einen Ausblick auf weitere Entwicklungen: Im Gespräch mit Kinderärzten arbeitet das Klinikum daran, im Herbst wieder U2-Untersuchungen in der Klinik anbieten zu können. „Mehr wohnortnahe Anbindungen sind ein Gewinn für Familien in der Region“, so Wozniak.
Der Abend machte deutlich: die Geburtshilfe in Sigmaringen entwickelt sich weiter – nah an den Menschen, modern im Angebot und verlässlich in der Versorgung.
