Warum Kunst in der Medizin mehr ist als Dekoration
Kunst kann im Klinikum mehr sein als schöne Dekoration. Sie kann Ruhe geben, ablenken, Hoffnung schenken und einen Raum freundlicher wirken lassen. Gerade in der Schmerztherapie ist das wichtig: Wer Schmerzen hat, nimmt seine Umgebung oft besonders intensiv wahr. Bilder, Farben und Formen können dann helfen, den Blick kurz von der Belastung zu lösen und neue Kraft zu schöpfen.
Genau das zeigt die aktuelle Ausstellung im SRH-Klinikum Sigmaringen. Zu sehen sind Werke von Wolfgang Brix aus Neufra, Mitglied der Künstlervereinigung burladinger maler e.V. Seine Bilder entstehen in der Rackeltechnik, angelehnt an die Kunst von Gerhard Richter, bei der Farbe, Bewegung und Zufall zusammenwirken. Danach ergänzt er viele Arbeiten mit Tier- und Menschenporträts. So entstehen besondere Bilder, die spannend wirken und gleichzeitig nahbar bleiben.
Wolfgang Brix beschreibt seinen Arbeitsprozess als bewusst und ruhig. Erst wenn eine Idee da ist, beginnt er mit der ersten Farbe auf der Leinwand. Dabei spielt auch der Zufall eine Rolle. Nicht jedes Bild entsteht sofort — manches braucht Zeit, Pausen und einen neuen Blick. Genau das macht seine Kunst lebendig: Sie ist nicht perfekt geplant, sondern wächst im Prozess.
Für Patrick Kraus, Leitender Arzt der Schmerztherapie am SRH-Klinikum Sigmaringen, ist die Ausstellung eine wertvolle Bereicherung für den Wartebereich der Schmerzambulanz. Die Bilder kommen bei den Patientinnen und Patienten gut an; besonders die abstrakten Arbeiten und die Tierköpfe. Das zeigt, dass Kunst nicht nur betrachtet wird, sondern auch etwas auslösen kann: Interesse, Ruhe, Gespräch und manchmal sogar ein kleines Stück Erleichterung. Kunsttherapie gehört in der stationären Schmerztherapie seit Jahren zum Standard.
Die Ausstellung ist Teil des Projekts Kunst im Klinikum, das Medizin und Kunst bewusst zusammenführt. Ziel ist es, Krankenhausräume nicht nur funktional zu gestalten, sondern ihnen Identität, Farbe und Emotionalität zu geben. Damit entsteht ein Raum, der Patientinnen und Patienten ebenso anspricht wie Mitarbeitende, Besucherinnen und Besucher.
