SRH Klinikum Sigmaringen
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42 Jahre im priesterlichen Dienst – 30 Jahre Krankenhausseelsorge: Pfarrer Edwin Müller geht in den Ruhestand

Mit dem Aufbau der Klinikseelsorge am SRH-Klinikum Sigmaringen leistete Pfarrer Edwin Müller wegweisende Pionierarbeit, die bis heute prägend ist und aus dem Klinikalltag nicht mehr wegzudenken ist.

Mit einem bewegenden und zugleich lebendigen Gottesdienst ist Pfarrer Edwin Müller am Sonntag, 28. Juni, nach 42 Jahren im priesterlichen Dienst in den Ruhestand verabschiedet worden. Zahlreiche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, Familie, Freunde sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik und Gesundheitswesen – darunter Landrätin Stefanie Bürkle und SRH-Geschäftsführer Sven Schönfeld – würdigten sein außergewöhnliches Engagement.

Die Klinik-Kapelle war bis auf den letzten Platz gefüllt und platzte sprichwörtlich aus allen Nähten. Trotz sommerlicher Hitze entstand eine Atmosphäre großer Nähe, Dankbarkeit und Verbundenheit. Der Gottesdienst wurde von Pfarrer Dr. Thomas Dietrich geleitet und von Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen aktiv mitgestaltet – ein Spiegel des weitreichenden Wirkens von Pfarrer Müller.

Seit seiner Priesterweihe im Jahr 1984 in Freiburg prägte Edwin Müller über Jahrzehnte hinweg das kirchliche und gesellschaftliche Leben im Landkreis Sigmaringen. Bereits früh setzte er Schwerpunkte in der Jugendseelsorge und im schulischen Bereich. Ab 1995 wirkte er als Pfarrer in Bingen, Hochberg und Hornstein und übernahm gleichzeitig die Leitung der Krankenhausseelsorge am Kreiskrankenhaus Sigmaringen.

Gerade dort wurde sein Wirken für viele Menschen besonders spürbar: Pfarrer Müller verstand Gesundheit immer ganzheitlich – als Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele. Mit großer Leidenschaft und persönlichem Engagement baute er ein verlässliches seelsorgerisches Angebot auf, etablierte eine 24/7-Rufbereitschaft und schuf ein starkes Netzwerk aus Ehrenamtlichen, die Patientinnen und Patienten auf den Stationen begleiteten. Regelmäßige Gottesdienste und persönliche Gespräche wurden zu wichtigen Ankerpunkten im Klinikalltag.

Auch über die Krankenhausmauern hinaus setzte er Impulse: 2001 gründete er gemeinsam mit einem Team die Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge und wurde zu einer festen Größe innerhalb der sogenannten „Blaulichtfamilie“. Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei schätzten seine Kompetenz, seine Ruhe und seine menschliche Zugewandtheit. Für sein herausragendes Engagement wurde er unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz sowie dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold ausgezeichnet.

Neben seiner Tätigkeit als Leiter mehrerer Seelsorgeeinheiten – zuletzt auf dem Heuberg – übernahm er Verantwortung als stellvertretender Dekan und führte das Dekanat zeitweise kommissarisch. Auch in herausfordernden Zeiten, insbesondere während der Corona-Pandemie, war Pfarrer Müller unermüdlich im Einsatz. Für ihn stehen die Menschen immer im Mittelpunkt.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde sein Wirken bei einem Stehempfang gewürdigt, der vom SRH-Klinikum vorbereitet war. In angenehmer Atmosphäre fanden persönliche Worte des Dankes, Erinnerungen und gute Wünsche ihren Platz.

Mit dem Eintritt in den Ruhestand endet eine prägende Ära der Seelsorge im Landkreis Sigmaringen. Die Leitung der Klinikseelsorge übernimmt künftig Johannes Schramm, der diese wichtige Aufgabe mit Engagement und im Sinne einer ganzheitlichen Patientenbegleitung weiterführen wird.

Das SRH-Klinikum Sigmaringen dankt Pfarrer Edwin Müller von Herzen für seinen unermüdlichen Einsatz, seine Menschlichkeit und seine tiefe Überzeugung, dass Heilung immer auch die Seele braucht. 

Zwei Priester in liturgischer Kleidung stehen in einer Kapelle, umgeben von religiösen Bildern und einem Kreuz. Ein Tisch mit einem offenen Buch ist im Vordergrund.
Überraschungs-Gottesdienst mit Verabschiedung von Pfarrer Edwin Müller (r.) in den Ruhestand