SRH Klinikum Sigmaringen
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20 Jahre zertifiziertes Brustzentrum am SRH-Klinikum Sigmaringen

Jubiläumsveranstaltung und Fachsymposium I 2.652 behandelte Patientinnen seit 2006 I Anerkennung für alle Mitwirkenden des Brustzentrums – damals wie heute

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen und stellt Betroffene sowie ihre Angehörigen vor eine der belastendsten Situationen im Leben. Umso wichtiger ist eine spezialisierte, leitliniengerechte und zugleich menschliche Versorgung. Das zertifizierte Brustzentrum am SRH-Klinikum Sigmaringen steht seit 20 Jahren genau dafür und feierte sein Jubiläum mit einer Festveranstaltung und einem Fachsymposium im Karlshotel Sigmaringen. Seit der Gründung im Jahr 2006 wurden hier 2.652 Patientinnen mit Mammakarzinom erfasst und behandelt.

Fachsymposium 
Die Festveranstaltung verband Rückblick, Dank und fachlichen Austausch. Begrüßt wurden mehr als 80 geladene Gäste von Emilia Wozniak, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und Leiterin des Brustzentrums, sowie Sven Schönfeld, Geschäftsführer der SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen. Emilia Wozniak eröffnete das Symposium mit ihrem Vortrag „20 Jahre zertifiziertes Brustzentrum Sigmaringen“ und zeichnete die Entwicklung des Zentrums von seiner Gründung bis heute nach.

Im Anschluss referierte Dr. med. Visnja Fink, Leiterin des Brustzentrums und Oberärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Ulm, über operative Methoden bei Brustkrebs – von den frühen Verfahren bis zur robotischen Chirurgie. PD Dr. med. MUDr. Stefan Lukac, Oberarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Ulm, erläuterte anschließend aktuelle Entwicklungen der medikamentösen Therapie des Mammakarzinoms. Den Abend rundeten fachlicher Austausch sowie ein gemeinsamer Ausklang mit Essen ab.

Eine Erfolgsgeschichte für Sigmaringen
Das Brustzentrum Sigmaringen wurde 2006 gegründet und zunächst als Brustzentrum Neckar-Donau geführt. Seit 2024 trägt es den Namen Brustzentrum Sigmaringen und wird eigenständig weitergeführt. In zwei Jahrzehnten hat es sich zu einer festen Institution der onkologischen Versorgung im Landkreis Sigmaringen entwickelt und war zugleich Impulsgeber für weitere zertifizierte Zentren am Klinikum, darunter das Darm- und das Prostatazentrum.

„20 Jahre Brustzentrum bedeuten 20 Jahre verlässliche Spitzenmedizin vor Ort – und vor allem 20 Jahre Beistand, Sicherheit und menschliche Wärme für die betroffenen Frauen in unserer Region“, erklärte Emilia Wozniak. „Dieses Jubiläum ist eine Erfolgsgeschichte, die wir feiern dürfen, und zugleich der richtige Moment, allen zu danken, die diesen Erfolg täglich tragen.“

Interdisziplinäre Behandlung auf höchstem Niveau
Ein Brustzentrum bündelt Diagnostik, Therapie und Nachsorge unter einem Dach. Gynäkologie, Onkologie, Radiologie, Pathologie, Strahlentherapie, Pflege, Psychoonkologie, Sozialdienst und Breast Care Nurses arbeiten dabei eng zusammen. In der interdisziplinären Tumorkonferenz wird jede Patientin individuell besprochen, bevor die Behandlung festgelegt wird.

Die medizinische Entwicklung der vergangenen 20 Jahre ist im Zentrum deutlich spürbar. Das onkoplastische Operationsspektrum wurde erweitert, die Sentinel-Lymphknoten-Markierung erfolgt heute mit ICG statt Radionuklid, und die Diagnostik wird durch moderne Ultraschallgeräte mit Elastografie sowie Tomosynthese gestärkt. Jährlich werden rund 170 Brusterkrankungen behandelt - 120 Tumorerkrankungen operativ, 50 gutartige Erkrankungen. Bei einem Großteil der Patientinnen ist eine brusterhaltende Therapie möglich.

Enge Zusammenarbeit mit den Praxen
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Denn die Behandlung endet nicht an der Kliniktür. Erst die gemeinsame langfristige Nachsorge macht das Versorgungskonzept rund und gibt Patientinnen Kontinuität und Sicherheit. Auch Psychoonkologie, Sozialdienst, Physiotherapie, Seelsorge und Selbsthilfegruppen begleiten die Betroffenen und ihre Angehörigen über die medizinische Behandlung hinaus.

Zertifizierung als Qualitätsversprechen
Die Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) ist ein anspruchsvolles Gütesiegel. Unabhängige Expertinnen und Experten prüfen regelmäßig unter anderem Leitlinientreue, Tumorkonferenzen, Mindestfallzahlen, Kooperationen und Qualitätskennzahlen; jährlich findet ein Überwachungsaudit statt, alle drei Jahre eine Rezertifizierung. „Patientinnen können sich daher darauf verlassen, in Sigmaringen nach denselben hohen Standards behandelt zu werden wie an einem Brustzentrum eines Universitätsklinikums“, so Emilia Wozniak.

Dank und Ausblick
Die Jubiläumsveranstaltung war auch ein herzliches Dankeschön an das gesamte Team an Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, interdisziplinäre Partner, Tumordokumentation, Psychoonkologie, Sozialdienst und die niedergelassenen Kooperationspartner. Besonderer Dank galt den Wegbereitern des Zentrums: Dr. Edgar Schelble, ehemaliger Oberarzt Dr. Peter Krezdorn und Stefan Dudda vom Qualitätsmanagement. Sie hatten vor 20 Jahren den Mut, den Grundstein für das Brustzentrum zu legen und es von Beginn an mit aufzubauen. Während Stefan Dudda und Dr. Krezdorn zur Jubiläumsveranstaltung anwesendd sein konnten, war Dr. Edgar Schelble, ehemaliger Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe, derzeit im Ausland. Er prägte das Brustzentrum über viele Jahre und leitete es bis zu seinem wohlverdienten Ruhestand im Dezember 2022 mit großer Hingabe; ihm gilt aus der Ferne besonderer Respekt und herzlicher Dank.

„Unser Ziel bleibt, unseren Patientinnen Medizin auf höchstem Niveau anzubieten – modern, leitliniengerecht und zugleich menschlich“, betonte Emilia Wozniak. „Auf das bisher Erreichte dürfen wir gemeinsam sehr stolz sein.“

Eine Frau spricht am Mikrofon vor einem Publikum in einem Konferenzraum. Sie trägt ein pinkes Oberteil und steht hinter einem Rednerpult.
Emilia Wozniak, Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe, Leiterin des Brustzentrums Sigmaringen, begrüßte die Gäste der Jubiläumsfeier und blickte auf eine erfolgreiche Entwicklung des Brustzentrums zurück.