SRH Klinikum Sigmaringen, DRK und Malteser qualifizieren Praxisteams für den Notfall
Wenn jede Minute zählt: Fortbildung stärkt Notfallkompetenz in Arztpraxen
Rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 18 Arztpraxen des Landkreises haben am Reanimations-Workshop im Rahmen des Notfall-Symposiums 2026 am SRH Klinikum Sigmaringen teilgenommen. Ziel war es, die Sicherheit im Umgang mit Herzstillstand nachhaltig zu stärken – denn im Ernstfall entscheiden oft wenige Minuten über Leben und Tod.
Wissen, das Leben rettet
Initiiert wurde die Fortbildung von Dr. Martin Mauch, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme. Gemeinsam mit Dr. Rüdiger Lott, Oberarzt und Leitender Notarzt sowie Dr. Christoph Ochsenfahrt, Oberarzt, Notfall- und Intensivmediziner vermittelte er praxisrelevantes Wissen auf aktuellem Stand. Neben den Grundlagen der Wiederbelebung, klaren Abläufen im Notfall und dem sicheren Einsatz eines Defibrillators (AED) erhielten die Teilnehmenden auch Einblicke in moderne Ultraschallverfahren sowie digitale Lösungen zur schnellen Alarmierung qualifizierter Ersthelfer.
Zahlen, die zum Handeln bewegen
Einen besonders eindrücklichen Beitrag lieferte Dr. Christoph Ochsenfahrt mit der Vorstellung der Daten des Reanimationsregisters für den Landkreis Sigmaringen. Diese werden seit 15 Jahren erhoben und zeichnen sich durch eine hohe Qualität aus, da sowohl Rettungsdienst- als auch Krankenhausdaten nahezu vollständig vorliegen.
Die Zahlen zeigen deutlich, wie entscheidend schnelles Handeln bei Herzstillstand ist: Rund 70 Prozent der Reanimationen finden im häuslichen Umfeld statt. Knapp 40 Prozent der Maßnahmen sind bereits am Einsatzort erfolgreich, bei der Krankenhausaufnahme liegt die Erfolgsrate noch bei etwa 30 Prozent. Etwas mehr als 10 Prozent der Patientinnen und Patienten verlassen das Krankenhaus lebend – davon rund 90 Prozent mit gutem neurologischem Status.
Diese Ergebnisse machen klar: Die ersten Minuten und das Handeln von Anwesenden sind entscheidend für das Überleben des Patienten.
Trainieren für den Ernstfall
Ein besonderer Schwerpunkt des Workshops lag auf der praktischen Anwendung. In zehn Übungsräumen trainierten Ärztinnen und Ärzte sowie Medizinische Fachangestellte in kleinen Gruppen realitätsnahe Szenarien. Unter Anleitung erfahrener Ausbilderinnen und Ausbilder des DRK, der Malteser sowie des SRH-Reanimationsteams wurden Handgriffe, Abläufe, Teamarbeit und Kommunikation intensiv geübt.
Direkt übertragbar in den Praxisalltag
Die Fortbildung richtete sich gezielt an niedergelassene Praxisteams und bot einen direkten Mehrwert für den Alltag. Denn gut abgestimmte Abläufe und sicheres Handeln können im Notfall entscheidend zur Überlebensrate beitragen – noch bevor der Rettungsdienst eintrifft. Besonders wichtig ist dabei die sofortige und effektive Reanimation durch Ersthelfende sowie eine qualitativ hochwertige Herz-Druck Massage.
Drei Schritte, die Leben retten
Gerade die Laienreanimation ist ein entscheidender Faktor. Deshalb gilt immer Prüfen – Rufen – Drücken:
_ Prüfen: Ist die Person bewusstlos? Atmet sie normal? Eigene Sicherheit beachten.
_ Rufen: Notruf 112 wählen, Telefon auf Lautsprecher stellen, Anweisungen der Leitstelle
befolgen.
_ Drücken: Bei fehlender oder unnormaler Atmung sofort mit der Herzdruckmassage beginnen. Defibrillator einsetzen, sobald verfügbar, und den Anweisungen folgen.
Die Leitstelle unterstützt telefonisch bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Die Wiederbelebung muss ohne Unterbrechung fortgeführt werden. Reanimation rettet Leben – und jeder kann helfen!
