SRH Klinikum Sigmaringen
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Zeit schenken, wo sie zählt

Grüne Damen und Herren starten im SRH-Klinikum Sigmaringen – ein neues Ehrenamtskonzept für mehr Patientenwohl

Ein offenes Ohr, eine helfende Hand, ein Moment der Zuversicht. Im SRH-Klinikum Sigmaringen gibt es ein neues Angebot, das Patientinnen und Patienten den Aufenthalt erleichtern und das Miteinander im Haus stärken soll. Mit den „Grünen Damen und Herren“ startet ein ehrenamtlicher Besuchsdienst, der menschliche Nähe in den Mittelpunkt stellt – ergänzend zur professionellen medizinischen, pflegerischen und sozialen Versorgung.

Zeit, Zuwendung und Orientierung
Grüne Damen und Herren sind da, wenn Patienten unsicher sind, sich allein fühlen oder einfach jemanden zum Zuhören brauchen. Sie helfen beim Kofferpacken, begleiten auf die Station, lesen vor, spielen oder basteln und schenken damit etwas, das im Klinikalltag oft zu kurz kommt - ungeteilte Aufmerksamkeit und Zeit.

„Manchmal tut das Gespräch mit einer fremden Person gut – besonders in herausfordernden Situationen“, sagt Stefanie Schmid, Leitung Therapiemanagement und Mitglied der Klinikleitung. „Oft ist Zuhören wichtiger als Reden. Unsere Grünen Damen und Herren begleiten den Heilungsprozess mit Herz, Verstand und Lebenserfahrung.“

Entlastung für Mitarbeitende, Gewinn für Patienten
Für die Pflege- und Stationsmitarbeitenden bedeutet das neue Angebot eine spürbare Entlastung im Alltag. Kleine Aufgaben wie Besorgungen im Klinikkiosk oder Lotsendienste können von den Ehrenamtlichen übernommen werden, so bleibt mehr Zeit für die professionelle Versorgung.

„Die Grünen Damen und Herren ersetzen keine Pflegefachkräfte, keinen Sozialdienst und keine Seelsorge“, betont Stefanie Schmid. „Sie sind eine wertvolle Bereicherung für mehr Lebensqualität während des Klinikaufenthalts, zur Vermeidung von sozialer Isolation und zur Reduktion von Ängsten und Einsamkeit.“

Selbstbestimmt engagieren
Ein besonderer Vorteil des Konzepts: Die Ehrenamtlichen bestimmen ihr Zeitpensum selbst. Ob zwei Stunden pro Woche oder regelmäßige Einsätze an festen Tagen – der Einsatzplan wird individuell abgestimmt und richtet sich möglichst nach den persönlichen Wünschen und Verfügbarkeit der Grünen Damen und Herren.

"Wir wissen, dass jede und jeder andere zeitliche Möglichkeiten hat“, so Stefanie Schmid. „Deshalb ist es uns wichtig, flexibel zu bleiben und die Einsätze so zu gestalten, dass sie gut in den Alltag passen.“

Was Ehrenamtliche zurückbekommen
Das Engagement als Grüne Dame oder Grüner Herr bringt nicht nur Patienten und Mitarbeitende etwas – auch die Ehrenamtlichen selbst profitieren in vielfacher Hinsicht. Sie übernehmen eine sinnstiftende Tätigkeit, bei der sie anderen in einer herausfordernden Lebenssituation beistehen und einen echten Unterschied machen können. Über regelmäßige Austauschtreffen mit anderen Ehrenamtlichen, Fortbildungen und gemeinsame Veranstaltungen wie Weihnachtsfeiern oder Sommergrillen mit den Kolleginnen und Kollegen entstehen soziale Kontakte und ein Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit. 

Schulungen in Gesprächsführung, Hygiene, Datenschutz und im Umgang mit kranken und sterbenden Menschen stärken die persönliche Kompetenz und fördern die persönliche Weiterentwicklung. Die Ehrenamtlichen erfahren hohe Wertschätzung und Anerkennung – sie werden von Patienten und Mitarbeitenden geschätzt und erhalten Unterstützung im Haus. Hinzu kommen praktische Vergünstigungen wie vergünstigte Verpflegung im Café Auszeit sowie Parken zu Mitarbeiterkonditionen im Parkhaus. Ein umfassender Versicherungsschutz gibt Sicherheit. Während des Einsatzes und auf dem Weg dorthin sind die Ehrenamtlichen unfallversichert, während der Tätigkeit im Haus greift die Haftpflichtversicherung des Klinikums. Das Angebot von internen Supervisionen bietet zudem Raum zur Reflexion belastender Situationen und fördern die langfristige Motivation.

Die ersten Grünen Damen sind im Einsatz
Mit Vita Käppeler und Serafine Steinbock gehen zwei erfahrene Pflegefachkräfte mit viel Herzblut an den Start. Beide kennen das Gesundheitswesen aus eigener Berufspraxis – Vita ist im aktiven Ruhestand und als Ehrenamtliche bereits im Hospizdienst und im Pflegeheim aktiv. Serafine bringt professionelle Erfahrung im Umgang mit Menschen mit. Für sie ist das Ehrenamt eine sinnstiftende Aufgabe: „Patienten Zeit zu schenken, ist mir eine Herzensangelegenheit“, sagt Vita. Serafine ergänzt: „Das Ehrenamt im Klinikum ist für mich eine bereichernde Ergänzung zu meiner Erwerbsarbeit.“

Beide freuen sich auf die neue Aufgabe und haben bereits Ideen für die Zukunft – etwa die Initiierung eines Strickcafés. Zunächst bieten sie Besuchs- und Gesprächsangebote, Begleitung und Unterstützung im Klinikbetrieb sowie Orientierungshilfe an.

„Eine enge und respektvolle Zusammenarbeit mit dem hauptamtlichen Personal ist entscheidend für den Erfolg“, so Stefanie Schmid. „Die Aufgabenbereiche sind klar definiert, regelmäßige Rückmeldungen gewährleisten einen reibungslosen Ablauf.“

Einladung zum Mitmachen
Das SRH-Klinikum Sigmaringen sucht weitere engagierte Menschen, die Zeit und Zuwendung schenken möchten. Voraussetzungen sind soziale Kompetenz, Empathie, Zuverlässigkeit und psychische Stabilität. Interessenten melden sich bei Stefanie Schmid, Telefon: 07571 100-3697, E-Mail: stefanie.schmid@srh.de

Drei Frauen stehen zusammen und formen mit ihren Händen Herzen. Sie tragen helle, farbige Oberteile und lächeln in die Kamera.
Die ersten beiden Grünen Damen starten am SRH-Klinikum Sigmaringen den Ehrenamtlichen Besuchsdienst. Zu erkennen sind sie an ihren grünen Polo-Shirts, die Freude und Zuversicht vermitteln. Bild: (v.l.) Vita Käppeler, Stefanie Schmid, Leitung Therapie und Mitglied Klinikleitung; Serafine Steinbock