Die SRH-Kliniken Landkreis Sigmaringen und die Stadtwerke Sigmaringen unterzeichnen einen Kooperationsvertrag für eine innovative, lokale Fernwärmeversorgung zur Raumheizung und Warmwasseraufbereitung des Klinikums.
Kooperation Fernwärmeversorgung: SRH-Kliniken und Stadtwerke Sigmaringen gestalten zukunftssichere Wärmeversorgung
Im Zentrum der Kooperation stehen Nachhaltigkeit, der Umbau zum „Green Hospital“ und maximale Versorgungssicherheit.
Zukunftsprojekt für nachhaltige Energieversorgung
Nach über 50 Jahren Erdgasbeheizung mit zwei Dampfkesseln aus dem Jahr 1975 und dringendem Bedarf an Erneuerung der Wärmeerzeugungsanlagen, wechselt das SRH-Klinikum zu einem nachhaltigen Energiemix mit über 75% erneuerbaren Energien.
Die Stadtwerke Sigmaringen übernehmen die Wärmeversorgung des Klinikums, das damit die Eigenerzeugung aufgibt. Ziel der Umstellung ist, eine effiziente, klimaschonende und wirtschaftliche Versorgung unter Einsatz modernster Technologien zu schaffen, die den Umbau zu einem „Green Hospital“ konsequent vorantreibt. Mit kurzem Transportweg und höchster Versorgungssicherheit gestalten beide Partner zukunftsweisend die Energiewende – ressourcenschonend, zuverlässig und regional verwurzelt.
Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit im Fokus
Die Energiezentrale der Stadtwerke am Standort in Sigmaringen umfasst einen modernen Wärmeerzeugungspark mit Holzhackschnitzel, Erdgas-Blockheizkraftwerke, Wärmepumpen und Solarthermie.
Die Wärmeanbindung des Klinikums erfolgt vorrangig durch klimaschonend produzierte Wärmemengen, die über ein neues Wärmeverbundnetz mit kurzem Transportweg und regional erzeugter Energie die Gebäude direkt versorgen. Durch die Kombination mehrerer Erzeugungsarten ist die Wärmeversorgung im Bedarfsfall redundant ausgelegt und erfüllt damit die hohen Anforderungen an die Versorgungssicherheit eines Klinikstandorts. Die eingesetzte Fernwärme hat einen hervorragend niedrigen Primärenergiefaktor (PEF) von 0,23 – deutlich besser als Erdgas/Öl (ca. 1,1), Strom (ca. 1,8) oder normale Fernwärme (0,4–0,9). Der PEF zeigt, wie viel Energie aus der Natur (inklusive Abbau, Umwandlung und Transport) für 1 kWh nutzbare Wärme nötig ist. Bei 0,23 bedeutet das: viel erneuerbare Energien wie Biomasse oder Solarthermie, effiziente Kraft-Wärme-Kopplung und kaum Verluste im Netz. Zum Einsatz kommt damit nicht nur eine besonders umweltfreundliche, sondern auch regional erzeugte Energie.
Zahlen, Daten, Fakten
Neben einer deutlichen CO₂-Einsparung von rund 1.500 Tonnen pro Jahr profitiert das SRH-Klinikum von einer hohen und langfristigen Versorgungssicherheit – ein zentraler Faktor für stabile und reibungslose Abläufe im Klinikbetrieb.
Die vereinbarte Anschlussleistung beträgt 3,4 Megawatt. Der jährliche Wärmebedarf des Klinikums liegt bei rund 8,8 Millionen Kilowattstunden – rechnerisch vergleichbar mit dem Jahresbedarf von ca. 350 Haushalten. Zur Abdeckung von Spitzenlasten errichten die Stadtwerke zudem einen gasbetriebenen Backup-Pufferkessel im Technikraum des Klinikums.
Ausbau Wärmenetz
Die Wärmeversorgung des SRH-Klinikums erfolgt über eine knapp zwei Kilometer lange Fernwärmeleitung von der Energiezentrale EQ zum Klinikum. Die Stadtwerke übernehmen Trassenbau und Anbindungs-Kosten, investieren in das Netz und ermöglichen so Fernwärme auch für umliegende Haushalte. Für die Wärmeversorgung des SRH-Klinikums werden Investitionen in Höhe von ca. 1,1 Millionen Euro getätigt. Der vollständige Endausbau des Quartiers Sigmaringen Nord/ Achbergstraße/ Hohenzollernstraße umfasst ein Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 8 Millionen Euro. Die Bauzeit beträgt rund zwei Jahre. Der 10-Jahres-Vertrag mit dem Klinikum mit Verlängerungsoption bietet Planungssicherheit. Die Stadt Sigmaringen als alleinige Gesellschafterin der Stadtwerke untermauert dies mit einer Patronatserklärung, die die ordnungsgemäße Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen bekräftigt.
Stimmen zur Kooperation
„Die Kooperation stärkt Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit unserer Wärmeversorgung und stellt den langfristig effizienten Betrieb des Klinikums sicher“, betont Sven Schönfeld, Geschäftsführer der SRH-Kliniken Landkreis Sigmaringen.
„Wir freuen uns, die Zusammenarbeit künftig weiter auszubauen und der SRH als verlässlicher Partner für eine nachhaltige Wärmeversorgung zur Seite zu stehen. Wir danken für das entgegengebrachte Vertrauen und die gemeinsam gefundene, zukunftsorientierte Lösung“, erklärt Falk-Wilhelm Schulz, Geschäftsführer der Stadtwerke Sigmaringen.
„Die enge Zusammenarbeit von Stadt, Stadtwerken und Klinikum gestaltet die Zukunft – verlässlich, nachhaltig und wirtschaftlich“, unterstreicht Dr. Marcus Ehm, Bürgermeister der Stadt Sigmaringen.
