Moderne Fluoreszenzbildgebung ermöglicht präzisere Chirurgie – gutartiger Tumor sicher und schonend entfernt, Versorgung im ländlichen Raum gestärkt
SRH-Klinikum Sigmaringen setzt erstmals ICG-NIR-Technik bei Nebenschilddrüsenadenom-OP ein
In der Allgemein- und Viszeralchirurgie am SRH-Klinikum Sigmaringen wurde erstmals bei einer Operation ein Nebenschilddrüsenadenom mit der modernen Nahinfrarot-Fluoreszenzbildgebung (ICG-NIR) erfolgreich behandelt. Ein Nebenschilddrüsenadenom ist ein meist gutartiger, jedoch hormonproduzierender Tumor; durch das unreguliert gebildete Nebenschilddrüsenhormon (Parathormon genannt), entstehen Störungen des Kalziummineralhaushaltes; Symptome, wie Nierensteine, Bauchspeicheldrüsenentzündungen oder Knochenschmerzen führen den Patienten dann zum Arzt und zur Diagnose eines primären Hyperparathyreoidismus. Diese innovative Technik der Nahinfrarot-Fluoreszenzbildgebung ist nun dank hochmoderner Ausstattung standardisiert für die Entfernung von Nebenschilddrüsenadenomen einsetzbar und stärkt die hochwertige Versorgung vor Ort.
Was bringt die ICG-NIR-Technik?
Der Chirurg erhält während der Operation ein „Leuchtglas“ für unsichtbare Strukturen: Ein harmloser Farbstoff namens Indocyaningrün (ICG) wird intravenös gegeben und verteilt sich mit dem Blut. Unter speziellem Nahinfrarotlicht (NIR) leuchtet das Nebenschilddrüsengewebe auf, sodass das Adenom präzise erkannt und von gesundem Gewebe abgegrenzt werden kann – wie ein Nachtsichtgerät, das die Durchblutung farbig markiert. Dadurch wird die Operation sicherer und schonender mit weniger Risiken für umliegende Nerven oder Gewebe.
Ablauf der minimalinvasiven Operation
Der Eingriff startet mit einem kleinen Schnitt im unteren Halsbereich, vergleichbar mit dem Öffnen eines schmalen Zugangs. Mikrochirurgisch wurde der Bereich freigelegt, während ein Neuromonitoring den Stimmbandnerv wie ein ständiges Warnsystem überwachte. Die ICG-NIR-Technik hilft, das Nebenschilddrüsenadenom klar zu identifizieren; nach der Entfernung folgt eine Schnellschnittuntersuchung und Parathormonmessung (PTH), um den Erfolg direkt zu bestätigen. Die Operation verlief komplikationslos – maximale Präzision bei minimaler Belastung für die Patientin.
Pionierarbeit im Klinikum
„Der erfolgreiche Einsatz zeigt, wie engagiert unser Team arbeitet“, sagt Dr. Alexandros Kantas, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie. „Besonders danke ich meinen Oberärzten Edward Gadzekpo und PD Dr. Matthias Goos für ihre Expertise.“ Im SRH-Klinikum Sigmaringen ist das Verfahren nun Standard.
