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SRH Krankenhaus Sigmaringen: Akupunktur gegen Narkose-Nebenwirkungen

Viele Menschen leiden nach einer Operation unter den Nebenwirkungen Übelkeit und Erbrechen infolge der medikamentösen Narkose. Das SRH Krankenhaus Sigmaringen bietet jetzt Patienten als Alternative die Akupunkturmethode mittels spezieller Pflaster an

Viele Menschen leiden nach einer Operation unter den Nebenwirkungen Übelkeit und Erbrechen infolge der medikamentösen Narkose. Das SRH Krankenhaus Sigmaringen bietet jetzt Patienten als Alternative die Akupunkturmethode mittels spezieller Pflaster an.

„Sie ist ebenso wirkungsvoll wie Medikamente,“ erklärt Prof. Dr. Werner Klingler, Chefarzt der Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie. „Der Vorteil von Akupunkturpflastern ist, es gibt nahezu keine Nebenwirkungen und sie sind für die Patienten schmerzfrei. Man spürt eventuellein leichtes Kribbeln, doch das ist normal und Teil der erwünschten Wirkung.“ Die Wirksamkeit der alternativen Methode gegen Brechreiz und Übelkeit nach OPs ist durch wissenschaftliche Studien fundiert belegt und die Methode wird deshalb auch in den ärztlichen Behandlungsleitlinien empfohlen.

Ärztliche Beratung

Zu jeder Operation gehört vor dem Eingriff u.a. ein ausführliches ärztliches Beratungsgespräch über die Narkose durch einen Anästhesisten. Der Patient wird dabei auch über die medikamentöse Behandlungs- und alternative Akupunkturpflastermethode gegen Übelkeit und Brechreiz nach der OP aufgeklärt. Hat sich der Patient für die Akupunktur entschieden, wird vor der Einleitung der Operation am Unterarm an einem speziellen Punkt ein Akupunkturpflaster aufgeklebt. An diesem befindet sich eine feine Spitze, die einen sanften Druck auf den sogenannten Akupunkt P6 ausübt. Dieser liegt zwei Fingerbreit vom Handgelenk entfernt auf der Innenseite des Unterarms. Sobald der Patient nach der Operation Übelkeit und Erbrechen verspürt, beklopft oder massiert er leicht das Pflaster und kann somit selbst die Beschwerden lindern.

Weitere Einsatzmöglichkeiten

Über gute Erfahrungen mit dem Akupunkturpflaster berichten auch Patient:innen der Onkologischen Tagesklinik am SRH Krankenhaus Sigmaringen. Es mildert die Übelkeit und Brechreiz, die häufig als Nebenwirkungen einer Chemotherapie auftreten. „Wir verfolgen intensiv die Studien zu dieser Methode und ihren möglichen Einsatzgebieten, erklärt der Anästhesieexperte des Sigmaringer Krankenhauses Professor Dr. Klingler. „Sobald sich weitere gesicherte Erkenntnisse zeigen, werden wir prüfen, ob auch unsere anderen Patientengruppen davon profitieren können.“ Aktuell wird am Klinikum das ärztliche, pflegerische und Funktionsdienst Personal für die A6 Akupunktur geschult, deren Wirksamkeit bereits wissenschaftlich belegt ist. „Hierfür konnten wir den Leiter des Wissenschaftszentrums der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur, Privatdozent Dr. Johannes Fleckenstein gewinnen. Er ist u.a. Facharzt für Anästhesie, Akupunktur und Sportmedizin. Wir freuen uns, das ein bundesweit ausgewiesener Experten bei uns als Gastdozent referiert“, so Chefarzt Klingler.

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