Newsdetails

Musik verbindet - Die Welt ist Klang

19.11.2018

Musiktherapeuten der Psychosomatik und Psychiatrie aus ganz Baden-Württemberg trafen sich für einen zweitägigen fachlichen Austausch im SRH Krankenhaus Sigmaringen. Nutznießer der Ergebnisse aus solchen qualifizierten Expertenzirkeln sind Patienten der jeweiligen Einrichtungen, an denen die Musiktherapeuten arbeiten, denn im Vordergrund der Kooperation steht vor allem die kontinuierliche  Qualitätsverbesserung von Behandlungskonzepten und deren Sicherung. Dr. Frank-Thomas Bopp, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, und Bruno Steegmaier, Gestalt-Musiktherapeut an seiner Klinik begrüßten die Teilnehmer des Arbeitskreises, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert.

Die Musikelemente Rhythmus und Klang gehören zu den frühesten Eindrücken im Leben eines Menschen. Sie kommen im Herzschlag der Mutter zum Ausdruck, den das noch Ungeborene ununterbrochen aufnimmt. Reaktionen auf stressende Lärmfaktoren lassen sich beim Fötus genauso wissenschaftlich nachweisen, wie die besänftigende Wirkung auf bestimmte Musik. Bei Erwachsenen ist die therapeutische Arbeit mit Musik gerade dort gefragt, wo oftmals Worte nicht mehr reichen oder nicht mehr ausgesprochen werden können. Wer gerne die erste Geige spielt, in Gesprächen lieber öfter auf die Pauke haut oder im wahrsten Sinne des Wortes immer wieder sprachlos ist, kann mit Hilfe der Musiktherapie lernen, dies zu reflektieren und bewusst zu erkennen, worauf das Innerste aufmerksam machen möchte. Dadurch haben die Betroffenen die Chance, sich selbst gegenüber und auch bei auch Anderen wieder andere Spielarten zum Ausdruck bringen zu können.

„Bei psychischen Störungen oder Erkrankungen ist es auch wichtig, bevor ein individuelles Behandlungskonzept für den Patienten erarbeitet wird, eventuelle körperliche Ursachen auszuschließen“, erklärt Dr. Bopp. Diese kann es bspw. auch bei Depressionen oder extremen anhaltenden Stimmungsschwankungen geben. „Patienten, die in Sigmaringen eine Therapie im Rahmen eines stationären Aufenthaltes absolvieren, haben den Vorteil, dass hier die Therapeuten, das sind z. B. die Musik-, Gestalttherapie oder Logopädie, sehr eng verzahnt mit unseren somatischen Kliniken, wie bspw. der Neurologie zusammenarbeiten.“ Damit können auf kurzen Wegen bspw. eventuelle körperliche Ursachen abgeklärt und im therapeutischen Behandlungskonzept berücksichtigt werden.