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Jahresergebnis im Geschäftsjahr 2019 - Prognose für 2020

16.06.2020

Die SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH schließt das Bilanzjahr 2019 mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von rd. -4,25 Mio. € ab (Vorjahr: rd. + 0,4 Mio. €). Im Vergleich zu 2018 hat sich das Ergebnis damit um rd. 4,6 Mio. € verschlechtert. In besonderen Maße wirken sich dabei periodenfremde Aufwendungen aus den Jahren 2017/2018 in Höhe von rd. 2,3 Mio. aus. Die Erträge lagen in 2019 bei 115,67 Mio. €, das bedeutet eine Steigerung um 5,2% gegenüber 2018 (109,91 Mio. €). Demgegenüber sind die Aufwendungen von 109,11 Mio. € (2018) auf 119,46 Mio. € angestiegen (+ 9,5%). Die Ausgaben splitten sich in Personalaufwendungen mit  76,41 Mio. € (VJ: 71,04 Mio. €) und Sachkosten mit 43,05 Mio. € (VJ: 38,07 Mio. €).

Stagnierende Leistungsentwicklung: In der Somatik gab es einen minimalen Anstieg der Fallzahlen (2019: 21.920 vs. 2018: 21.885), die Case Mix Punkte blieben nahezu auf dem Vorjahresniveau (2019: 20.083 vs. 2018: 20.087). In der Psychiatrie entwickelten sich die Belegungstage (2019: 30.600 vs. 2018: 30.857) bei gleichzeitig steigenden Fallzahlen (2019: 1.401 vs. 2018: 1.381) rückläufig. Neue gesetzliche und strukturelle Vorgaben, wie z. B. die dreistufige Notfallversorgung wirken sich negativ auf das wirtschaftliche Ergebnis aus. Das gilt auch für die neue Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung, da sie das Belegungsmanagement erschwert. Die stagnierende Leistungsentwicklung in den SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH entspricht  dem bundesweiten wirtschaftlichen Trend in der Krankenhauslandschaft. In Baden-Württemberg schreibt bereits jedes zweite Krankenhaus rote Zahlen, so die BWKG in einer Pressemitteilung.

Gebündeltes Maßnahmenpaket

Mit einer stringenten Mehrjahresplanung setzt die SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH auf eine zukünftig positive wirtschaftliche Entwicklung. Entscheidende Bausteine sind eine bessere Steuerung der Personal- und Sachkosten sowie die konsequente Weiterentwicklung des Maßnahmenkatalogs aus dem Jahr 2017, der bereits in der Umsetzung ist. Ein Schwerpunkt ist die konsequente Fortschreibung der Medizinkonzeption für die drei Krankenhausstandorte. Dazu gehören u.a. die Weiterentwicklung der zertifizierten Zentren am Standort Sigmaringen mit Ausbau ihrer überregionalen Strahlkraft, ebenso die konzeptionelle

Weiterentwicklung der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie und der Etablierung einer Klinik für Akutgeriatrie, mit der jeweiligen Nachbesetzung der Chefarztposition. Weitere Bausteine des Maßnahmenkatalogs sind der Ausbau ambulanter Strukturen, um der Entwicklung im Gesundheitswesen, Verweildauern weiter abzusenken, gerecht zu werden. Auf eine Erlössteigerung zielen auch Maßnahmen im Bereich Medizincontrolling ab. Die Schwerpunkte liegen hierbei auf einer weiteren Optimierung des Entlassmanagements und auf der umfassenden Codierung erbrachter Leistungen.

Positive Auswirkungen erhofft sich die SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH auch durch personelle Veränderungen in Schlüsselpositionen. Zum 1. August übernimmt Dr. Jan Ove Faust, MBA,  die Geschäftsführung der SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH mit MVZ Tochtergesellschaften. Der 61-jährige Mediziner ist derzeit Direktor für Medizin und Pflege in der Oberschwabenklinik gGmbH sowie Geschäftsführer der MVZ GmbH der Oberschwabenklinik in Wangen und Ravensburg und verfügt über eine fundierte Erfahrung in der Geschäftsleitung eines Klinikverbundes in kommunaler Trägerschaft. Spätestens zum 1. Januar 2021 wird eine übergreifende Pflegedirektion für den Pflege- und Funktionsdienst etabliert, um den zunehmend komplexen Aufgabenstellungen in der Pflege gerecht zu werden und  auch in Zukunft eine weiterhin qualitativ hochwertige Pflege an allen drei SRH Krankenhausstandorten im Landkreis zu gewährleisten. Die Leitung übernimmt Stefan Ries, derzeitig Pflegedirektor in den Kliniken im Landkreis Biberach.

Prognose 2020

Das Kalenderjahr 2020 ist im ersten Halbjahr entscheidend durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Elektive Operationen wurden von  März bis Ende Mai ausgesetzt, die Auslastung reduzierte sich auf 50%. Seit Anfang Juni findet auf der Basis eines eigens entwickelten Sicherheitskonzeptes eine  Überführung in den Normalbetrieb mit einer Auslastung von vorerst 65 % statt. Die dadurch deutlich reduzierten Einnahmen werden das Jahresergebnis für 2020 ebenso prägen wie ungeplante Sachkosten für die Hygieneanforderungen, die durch die Pandemie notwendig waren und sind.

Der Umsatz wird voraussichtlich durch folgende positive Effekte beeinflusst: Ausgliederung und Gegenfinanzierung des Pflegebudgets und Ausgleichszahlungen für freigehaltene Betten für mit Covid-19 infizierte Patienten. Aktuell geht man von einem negativen Jahresergebnis 2020 in Höhe von rd. – 0,52 Mio. € und von einem ausgeglichenen operativen Betriebsergebnis aus.