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Corona-Management im SRH Krankenhaus Sigmaringen mit 10-Punkte-Plan

29.04.2020

Für das Management von Covid-19 Ausbrüchen in Gesundheitseinrichtungen hat das Robert Koch Institut (RKI) Mitte April einen 10 Punkte-Plan entwickelt. Dieser Leitfaden empfiehlt eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen, um das Infektionsrisiko für eine Covid-19 Erkrankung bspw. im Krankenhaus für Patienten und Mitarbeiter der Einrichtung zu minimieren.

Die SRH Kliniken im Landkreis haben bereits seit Ausbruch der Pandemie wesentliche Bausteine dieses nun aktuell empfohlenen 10-Punkte-Programms etabliert. Dies ergab ein gemeinsamer Sicherheitscheck mit dem örtlichen Gesundheitsamt, den das RKI allen Einrichtungen empfiehlt. Bereits umgesetzt wurde im SRH Krankenhaus Sigmaringen bspw. die Aufteilung aller stationären Patienten in drei separate Bereiche, Covid-19-Infizierte, Verdachtsfälle und nicht-Covid-Infizierte. Ebenso wurde ein systematisches  Verlegungsmanagement mit Kontrollmaßnahmen festgelegt, wenn während eines stationären Aufenthaltes beim Patienten Symptome bzw. eine Infizierung festgestellt wird. Ärztliches und Pflegepersonal ist aus Sicherheitsgründen dauerhaft auf den einzelnen Stationen (Covid-Infizierte, nicht Infizierte, Verdachtsfälle) eingesetzt und wechselt nicht zwischen den Bereichen. Alle Mitarbeiter mit Patientenkontakt sind mit Masken/ Nasen-Mundschutz ausgestattet. Für den Fall, dass sich Mitarbeiter infiziert haben oder als Verdachtsfälle gelten, gibt es eine festgelegte innerbetriebliche Vorgehensweise.

Neben der innerbetrieblichen Organisation ist es auch wichtig, zeitnah und regelmäßig die Mitarbeiter der verschiedenen Berufsgruppen zu informieren, ebenso die Kooperationspartner, wie bspw. das örtliche Gesundheitsamt und niedergelassene Ärzte. Seit Ende März gibt es deshalb in den SRH Kliniken ein spezielles Corona-Kernteam, welches täglich die aktuelle Situation analysiert und ggf. erforderliche Maßnahmen vorgibt. Hier arbeiten Vertreter der Berufsgruppen Ärzte, Pflege, Hygiene und Verwaltung in enger Abstimmung zusammen. Der Verwaltungsstab des Landratsamtes Sigmaringen wird über die Ergebnisse direkt im Anschluss informiert. Niedergelassene Ärzte wurden bisher in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung über das Covid-19-Management in den SRH Kliniken informiert.  Die Mitarbeiter der SRH Kliniken im Landkreis erhalten über eine spezielle App seit Mitte März tagesaktuelle Covid-News, die sie und ihre Arbeit betreffen.

Weitere Empfehlungen für Personal und Patienten

Unter dem Stichwort „Surveillance“ sieht der 10-Punkte-Plan des RKI vor, dass Patienten und Personal aller Berufsgruppen systematisch und regelmäßig auf das Vorliegen einer Infektion mit SARS-CoV-2 getestet werden. Dadurch soll das Risiko einer Covid-19-Ausbreitung innerhalb einer Einrichtung minimiert werden. Diese Empfehlung wird aktuell im SRH Krankenhaus auf den Stationen umgesetzt. Damit Personen, die mit infizierten Mitarbeitern und Patienten in Kontakt standen, zügig ermittelt werden können, gibt es eine enge Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Sigmaringen. Zudem hat die Klinikleitung ein Kernteam benannt, welches den gefährdeten Personenkreis innerhalb von drei Stunden ermittelt und informiert.

Vorbereitungen für eine schrittweise Krankenhaus-Öffnung

Bundesgesundheitsminister Spahn hat sich Anfang dieser Woche für eine sukzessive Öffnung der Kliniken ausgesprochen. Das SRH Krankenhaus Sigmaringen hat nun eine Arbeitsgruppe „Sicherheitskonzept“ gebildet, um zu prüfen, wie der Krankenhaus-Routinebetrieb mit einem hohen Sicherheitskonzept zeitnah realisiert werden kann. Ein Baustein, den das  RKI-10- Punkte-Programm empfiehlt, ist die sogenannte Transitzone.  Sie soll für klinische Abteilungen mit häufigen Patienten-Neuaufnahmen eingerichtet werden, da Neuaufnahmen aufgrund der Corona-Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen zunächst nicht sicher klassifizierbar sind. Die Transitzone ergänzt die bereits bestehenden drei Bereiche Covid-19-Infizierte, Verdachtsfälle und nicht-Covid-Infizierte.